Tages – I Ging: 15 Die Bescheidenheit – Die Mäßigung.

15 Die Bescheidenheit – Die Mäßigung
Sich einordnen in den Dienst am Größeren. Mit demütiger Bescheidenheit kann man auch schwierigen Unternehmungen ihre gefährliche Spitze rauben. Bescheidenheit, die einer inneren Quelle entspricht, findet allgemeine Anerkennung. Bleibt man trotz seiner Verdienste bescheiden, wird man weiterhin Unterstützung finden. Auch ein bescheidenes Wesen muss unter bestimmten Umständen energisch durchzugreifen wissen. Der Edle bringt zu Ende. Ausgleich ist ein himmlisches Gesetz: Wenn die Sonne am höchsten steht, wendet sie sich dem Untergang zu, und wenn sie am tiefsten Punkt unter der Erde ist, geht sie einem neuen Aufstieg entgegen. Das gleiche gilt für den Erdtrabanten Mond. Für uns Menschen gilt es, das Bewusstsein dafür zu sensibilisieren, dass die menschlichen Schicksale den selben, festen himmlischen Gesetzen folgen. Der Mensch hat es selbst in der Hand, sein Schicksal zu gestalten, je nachdem, ob er sich durch sein Benehmen dem Einfluss der segnenden oder dem der zerstörenden Kräfte aussetzt. Hier ist Bescheidenheit der eigentliche Schlüssel zum Erfolg. Es gilt: Wenn der Mensch hoch steht und sich bescheiden zeigt, so leuchtet er im Licht der Weisheit. Wenn er niedrig ist und sich bescheiden zeigt, so kann er nicht übergangen werden. Alles was in diesem Bewusstsein getan wird, muss sich mit Notwendigkeit auswirken. Auf diese Weise gelingt es dem Edlen, sein Werk zu Ende zu führen, ohne sich des Fertigen zu rühmen.

Tages – I Ging 52: Das Stillhalten – Das innere Schwergewicht.

52 Das Stillhalten – Das innere Schwergewicht
Mit seinem Kraftzentrum in Einklang kommen.
Das Stillhalten und in Kontemplation gehen. Wahre Ruhe lässt den Menschen innehalten, wenn die Zeit zum Innehalten gekommen ist, und vorangehen, wenn die Zeit dazu gekommen ist. Wenn der Mensch innerlich ruhig geworden ist, dann hat er die Kraft, sich konzentriert der der Außenwelt zuwenden. Er versinkt dann nicht mehr in den Verstrickungen und dem Gewühl der Einzelwesen und hat die innere Ruhe, wie sie nötig ist, um die Gesetze des Weltgeschehens zu verstehen und dementsprechend zu handeln. Es gilt also, ein Bewusstsein für die innere Ruhe zu entwickeln und in diesem Bewusstsein gezielt das Stillhalten zu üben. Mit Meditations- und Konzentrationsübungen kann man die Ruhe des Herzens und den inneren Abstand von Interessen und Begehrlichkeiten trainieren. Wer aus der Tiefenlage der Ruhe heraus handelt, der macht keinen Fehler.

Tages – I Ging: 39 Das Hemmnis – Die schwierigen Hindernisse.

39 Das Hemmnis – Die schwierigen Hindernisse
Schwierigkeiten aus höherer Sicht betrachten. Schwierigkeiten und Hemmnisse im Leben sind wie ein Spiegel. Sie werfen den Menschen auf sich selbst zurück. In Situationen von Schwierigkeiten und Hemmnissen gilt es deshalb, das Bewusstsein für sich selbst und die eigene innere Stärke zu schärfen. Der Schwache lamentiert. Er sucht wo immer möglich Schuld bei andern Menschen und klagt das Schicksal an. Der Starke dagegen geht in sich und sucht eine Lösung für die Situation und wie er am besten damit fertig wird. Die äußere Hemmung wird für ihn ein Anlass innerer Bereicherung und Fortbildung. Doch auch für den Starken gilt zwar das Orakel: „Gehen führt in Hemmnisse, Kommen findet Lob.“ Es ist aber auch für ihn sehr wichtig, nicht gleich los zu stürmen, sondern sich zunächst zurückzuhalten und verlässliche Gefährten um sich zu sammeln. Gemeinsam werden die Hemmnisse überwunden und der Erfolg stellt sich ein.

Tages – I Ging: 31 Die Einwirkung – Die gegenseitige Bereicherung

Hexagramm 31. Die Einwirkung – Die gegenseitige Bereicherung.

Die natürliche Anziehungskraft wirken lassen.

Der ehrliche, der authentische Ausdruck hat die größte Anziehungskraft auf andere. Sich verstellen hilft wenig. Bleiben Sie Sie selbst. Zeigen Sie anderen ruhig, wie Sie empfinden und bemühen Sie sich dabei, im Inneren gelassen und ruhig zu bleiben. Das wirkt am meisten. Sie werden sehen.

Tages – I Ging 4: Die Jugendtorheit die Unerfahrenheit.

4 Die Jugendtorheit die Unerfahrenheit
Fördernd ist Beharrlichkeit. Unerfahrenheit oder jugendlicher Leichtsinn sind für sich genommen nichts Schlimmes, wenn man innere Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und Aufgeschlossenheit den anderen gegenüber pflegt und bewahrt. So empfindet man die eigene Unerfahrenheit selbst und ist bereit, auf einen Lehrer aufgeschlossen zuzugehen. Dabei muss man dem Lehrer auch auf die richtige Weise gegenübertreten. Eigene Bescheidenheit, gepaart mit echtem Interesse an der Sache, verbürgen die notwendige Anerkennung und Aufnahmebereitschaft gegenüber dem Lehrer. Dieser braucht keine äußere Macht, muss aber die nötige Geisteskraft haben, um die auf ihm lastende Verantwortung tragen zu können. Er sollte innere Ruhe und geistige Stärke ausstrahlen, die ihn befähigen werden, mit Milde zu handeln. Dann weiß er auch den Unerfahrenen und Leichtsinnigen mit einer gewissen ritterlichen Nachsicht zu nehmen und anzuerkennen. Einen solchen Lehrer gilt es zu finden. Dann gelingt das Geplante ohne Komplikationen.

Tages – I Ging 29: Das Abgründige – Das Geheimnisvolle.

29 Das Abgründige – Das Geheimnisvolle
Hindernisse ohne Gewaltakte überwinden. Das Leben ist ein ständiger Wandel. Jeder Schritt vorwärts und rückwärts birgt Gefahren. Der Mensch gewöhnt sich an den Umgang mit Gefahren, wenn diese wiederholt auftreten. Dabei sind Wahrhaftigkeit und standhafte Fairness in schwierigen Verhältnissen und Situationen die Merkmale dafür, dass man innerlich im Herzen die Lage durchdrungen hat. Und wenn man erst innerlich Herr der Lage geworden ist, gelingt es ganz von selbst, dass die äußeren Handlungen von Erfolg begleitet sind. Es gilt aber immer zu beachten, dass die Gründlichkeit, mit der man alles, was zu tun ist, auch wirklich erledigt, ausschlaggebend für den Erfolg ist. Denn wer in schwierigen Verhältnissen und Situationen die Notwendigkeit des Handelns bewusst außer Acht lässt, begibt sich in unnötige Risiken und schreitet nicht voran. Bei allem Handeln muss das Gute zur festen Charaktereigenschaft werden und nicht zufällig und vereinzelt bleiben.

Tages – I Ging 59: Die Auflösung – Die Wiedereingliederung.

59 Die Auflösung – Die Wiedereingliederung
Trennende Abgründe überwinden. Misstrauen und Vorteilsstreben sind Merkmale des Eigensinns, der blockierende Mechanismen freisetzt. Diese blockierenden Mechanismen belasten die Seele Sie sind geprägt von Ängsten vor äußeren Bedrohungen wie Armut oder böswilliges Handeln. Es besteht die Gefahr von Isolation, Entfremdung und Erstarrung. Befreiung für die Seele verspricht, den blockierenden Mechanismen ins Auge zu sehen und sie aufzulösen. Zu solcher Auflösung befähigt ein Bewusstsein dafür, dass die Menschen einen gemeinsamen Ursprung haben. Es gilt, sich innerlich aufzumachen, eine gemäßigte und gerechte, mit Wohlwollen gepaarte Beurteilung der anderen zu entwickeln. Wenn man diesen freien Blick auf die Menschheit wieder gewinnt, werden Gräben und Abgründe überwunden und es geht voran. Für den Erfolg bei der Arbeit mit anderen ist aber auch erforderlich, die jeweiligen Privatfreundschaften zeitweise in den Hintergrund zu stellen. Nur wer über den Parteien steht, leistet Ausschlaggebendes.

Tages – I Ging 40: Die Befreiung – Die Lösung der alten Muster.

40 Die Befreiung – Die Lösung der alten Muster
Sich von hemmendem Ballast befreien. Die Zeit der Umwälzungen ist angebrochen, in der sich Spannungen und Verwicklungen zu lösen beginnen. Es gilt, ein Bewusstsein für die Notwendigkeit Befreiung als eigene Aufgabe zu entwickeln. Der Edle schafft diese Befreiung durch Klarheit und Geradlinigkeit. Beides mit Bedacht und ohne Übertreibung eingesetzt, wirkt als ideale Waffe gegen alles Falsche und Gemeine. Bedenke aber, dass man in solchen Zeiten den Erfolg nicht unnötig aufs Spiel setzen darf. Es heißt, nicht weiter vorzudringen als erforderlich ist und zurückzukehren zur normalen Ordnung des Lebens sobald das vorgenommene Ziel erreicht ist.

Tages – I Ging 64: Vor der Vollendung – Gelingen.

64 Vor der Vollendung – Gelingen
Hoffnungsvoller Ausblick – die Zeit des Übergangs ist da. Es ist wie der Frühling, der die wachstumsfeindliche Zeit des Winters in die fruchtbare Zeit des Sommers überführt. Die Verhältnisse bleiben dennoch schwierig, die Aufgaben groß und verantwortungsvoll. Es ist aber ein verheißungsvolles Ziel vorhanden, welches alles Unkoordinierte wieder in geordnete Bahnen lenken kann. Es gilt, jetzt nicht ungestüm und unüberlegt zu sein, sondern schlau und vorsichtig wie ein alter Fuchs, der über das Eis geht. Sichere Pfade gehen. Das Ohr nach innen öffnen und fühlen, was der eigene Verstand und das eigene Empfinden zu den äußeren Eindrücken widergeben. Aber auch anderen gut zuhören, damit deren Botschaften und Signale nicht missverstanden werden. Am Ende belohnt der Erfolg die Mühe und es winkt das große Glück.

Tages – I Ging 47: Die Bedrängnis – die Erschöpfung.

47 Die Bedrängnis – die Erschöpfung.
Der Edle besiegt heiter Bedrängnis und Erschöpfung. Das Hineinhören in unsere Gefühlswelt zeigt uns Notzeiten und Zeiten der Erschöpfung an. Sie sind das Gegenteil von Erfolg. Aber sie können zu Erfolg führen, wenn sie den rechten Menschen treffen. Es gilt, das Bewusstsein für die Bedürfnisse der eigenen Seele zu öffnen, damit man die notwendige Ruhe, heitere Gelassenheit und Seelenkraft aufbauen kann. Die Beständigkeit in diesem Bemühen zahlt sich aus. Sie ist maßgeblich dafür, dass sich trotz aller Gefahren der Erfolg später auch wirklich einstellt. Menschen, die sich in dieser Kraft immer wieder selbst üben, kann selbst große Not nur beugten. Innerlich erzeugt bei diesen Menschen gerade eine Notsituation eine Kraft der Gegenwirkung, die sicher mit der Zeit ans Licht kommt. Wer sich aber auf seinem Weg durch Erschöpfung innerlich brechen lässt, der hat keinen Erfolg. Und wenn man sich der Schwäche hingibt, dann übermannt einen die Not.