Tages – I Ging 4: Die Jugendtorheit die Unerfahrenheit.

4 Die Jugendtorheit die Unerfahrenheit
Fördernd ist Beharrlichkeit. Unerfahrenheit oder jugendlicher Leichtsinn sind für sich genommen nichts Schlimmes, wenn man innere Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und Aufgeschlossenheit den anderen gegenüber pflegt und bewahrt. So empfindet man die eigene Unerfahrenheit selbst und ist bereit, auf einen Lehrer aufgeschlossen zuzugehen. Dabei muss man dem Lehrer auch auf die richtige Weise gegenübertreten. Eigene Bescheidenheit, gepaart mit echtem Interesse an der Sache, verbürgen die notwendige Anerkennung und Aufnahmebereitschaft gegenüber dem Lehrer. Dieser braucht keine äußere Macht, muss aber die nötige Geisteskraft haben, um die auf ihm lastende Verantwortung tragen zu können. Er sollte innere Ruhe und geistige Stärke ausstrahlen, die ihn befähigen werden, mit Milde zu handeln. Dann weiß er auch den Unerfahrenen und Leichtsinnigen mit einer gewissen ritterlichen Nachsicht zu nehmen und anzuerkennen. Einen solchen Lehrer gilt es zu finden. Dann gelingt das Geplante ohne Komplikationen.

Tages – I Ging 29: Das Abgründige – Das Geheimnisvolle.

29 Das Abgründige – Das Geheimnisvolle
Hindernisse ohne Gewaltakte überwinden. Das Leben ist ein ständiger Wandel. Jeder Schritt vorwärts und rückwärts birgt Gefahren. Der Mensch gewöhnt sich an den Umgang mit Gefahren, wenn diese wiederholt auftreten. Dabei sind Wahrhaftigkeit und standhafte Fairness in schwierigen Verhältnissen und Situationen die Merkmale dafür, dass man innerlich im Herzen die Lage durchdrungen hat. Und wenn man erst innerlich Herr der Lage geworden ist, gelingt es ganz von selbst, dass die äußeren Handlungen von Erfolg begleitet sind. Es gilt aber immer zu beachten, dass die Gründlichkeit, mit der man alles, was zu tun ist, auch wirklich erledigt, ausschlaggebend für den Erfolg ist. Denn wer in schwierigen Verhältnissen und Situationen die Notwendigkeit des Handelns bewusst außer Acht lässt, begibt sich in unnötige Risiken und schreitet nicht voran. Bei allem Handeln muss das Gute zur festen Charaktereigenschaft werden und nicht zufällig und vereinzelt bleiben.

Tages – I Ging 59: Die Auflösung – Die Wiedereingliederung.

59 Die Auflösung – Die Wiedereingliederung
Trennende Abgründe überwinden. Misstrauen und Vorteilsstreben sind Merkmale des Eigensinns, der blockierende Mechanismen freisetzt. Diese blockierenden Mechanismen belasten die Seele Sie sind geprägt von Ängsten vor äußeren Bedrohungen wie Armut oder böswilliges Handeln. Es besteht die Gefahr von Isolation, Entfremdung und Erstarrung. Befreiung für die Seele verspricht, den blockierenden Mechanismen ins Auge zu sehen und sie aufzulösen. Zu solcher Auflösung befähigt ein Bewusstsein dafür, dass die Menschen einen gemeinsamen Ursprung haben. Es gilt, sich innerlich aufzumachen, eine gemäßigte und gerechte, mit Wohlwollen gepaarte Beurteilung der anderen zu entwickeln. Wenn man diesen freien Blick auf die Menschheit wieder gewinnt, werden Gräben und Abgründe überwunden und es geht voran. Für den Erfolg bei der Arbeit mit anderen ist aber auch erforderlich, die jeweiligen Privatfreundschaften zeitweise in den Hintergrund zu stellen. Nur wer über den Parteien steht, leistet Ausschlaggebendes.

Tages – I Ging 40: Die Befreiung – Die Lösung der alten Muster.

40 Die Befreiung – Die Lösung der alten Muster
Sich von hemmendem Ballast befreien. Die Zeit der Umwälzungen ist angebrochen, in der sich Spannungen und Verwicklungen zu lösen beginnen. Es gilt, ein Bewusstsein für die Notwendigkeit Befreiung als eigene Aufgabe zu entwickeln. Der Edle schafft diese Befreiung durch Klarheit und Geradlinigkeit. Beides mit Bedacht und ohne Übertreibung eingesetzt, wirkt als ideale Waffe gegen alles Falsche und Gemeine. Bedenke aber, dass man in solchen Zeiten den Erfolg nicht unnötig aufs Spiel setzen darf. Es heißt, nicht weiter vorzudringen als erforderlich ist und zurückzukehren zur normalen Ordnung des Lebens sobald das vorgenommene Ziel erreicht ist.

Tages – I Ging 64: Vor der Vollendung – Gelingen.

64 Vor der Vollendung – Gelingen
Hoffnungsvoller Ausblick – die Zeit des Übergangs ist da. Es ist wie der Frühling, der die wachstumsfeindliche Zeit des Winters in die fruchtbare Zeit des Sommers überführt. Die Verhältnisse bleiben dennoch schwierig, die Aufgaben groß und verantwortungsvoll. Es ist aber ein verheißungsvolles Ziel vorhanden, welches alles Unkoordinierte wieder in geordnete Bahnen lenken kann. Es gilt, jetzt nicht ungestüm und unüberlegt zu sein, sondern schlau und vorsichtig wie ein alter Fuchs, der über das Eis geht. Sichere Pfade gehen. Das Ohr nach innen öffnen und fühlen, was der eigene Verstand und das eigene Empfinden zu den äußeren Eindrücken widergeben. Aber auch anderen gut zuhören, damit deren Botschaften und Signale nicht missverstanden werden. Am Ende belohnt der Erfolg die Mühe und es winkt das große Glück.

Tages – I Ging 47: Die Bedrängnis – die Erschöpfung.

47 Die Bedrängnis – die Erschöpfung.
Der Edle besiegt heiter Bedrängnis und Erschöpfung. Das Hineinhören in unsere Gefühlswelt zeigt uns Notzeiten und Zeiten der Erschöpfung an. Sie sind das Gegenteil von Erfolg. Aber sie können zu Erfolg führen, wenn sie den rechten Menschen treffen. Es gilt, das Bewusstsein für die Bedürfnisse der eigenen Seele zu öffnen, damit man die notwendige Ruhe, heitere Gelassenheit und Seelenkraft aufbauen kann. Die Beständigkeit in diesem Bemühen zahlt sich aus. Sie ist maßgeblich dafür, dass sich trotz aller Gefahren der Erfolg später auch wirklich einstellt. Menschen, die sich in dieser Kraft immer wieder selbst üben, kann selbst große Not nur beugten. Innerlich erzeugt bei diesen Menschen gerade eine Notsituation eine Kraft der Gegenwirkung, die sicher mit der Zeit ans Licht kommt. Wer sich aber auf seinem Weg durch Erschöpfung innerlich brechen lässt, der hat keinen Erfolg. Und wenn man sich der Schwäche hingibt, dann übermannt einen die Not.

Tages – I Ging 6: Der Streit – Die Konfliktsituation.

6 Der Streit – Die Konfliktsituation
Die wahren Hintergründe von Differenzen klären. Streit entsteht, er ist nicht von vorneherein da. Beide sind im Gefühl des Rechts und stoßen auf Widerstand. Es gilt also, im ersten Anfang schon alles sorgfältig zu bedenken und so den Streit von vorneherein zu vermeiden. Wenn Rechte und Pflichte genau festgelegt sind, oder wenn bei einer Verbindung von Menschen deren geistige Richtungen harmonisieren, ist einem Streit von vorneherein die Ursache genommen. Wichtig ist, in Zeiten von Konflikten keine risikoreichen Unternehmungen zu beginnen, denn sie bedürfen einheitlicher, gemeinsamer Kräfte, wenn sie gelingen sollen. Streit im Innern lähmt die Kraft, die Gefahr im Äußeren zu besiegen.

Tages – I Ging 46: Das Empordringen – Der Aufstieg.

46 Das Empordringen – Der Aufstieg
Durch geduldiges Arbeiten die Dinge vollenden. Persönliche Stärke und gewinnendes Auftreten finden Entgegenkommen. Wer dabei bescheiden bleibt und innerlich aufrichtig, der hat großen Erfolg. Damit verbunden ist aber auch das notwendige Bewusstsein, trotz des Erfolges nüchtern zu bleiben und keine Stufen überspringen zu wollen. Stetiges, schrittweises Vorangehen führt zum Ziel. Für den Erfolg wird nun auch wichtig, übertriebene Zurückhaltung aufzugeben. Es gilt, mit den maßgebenden Personen ins Gespräch zu kommen. Nur so findet man auch Beachtung.

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Zitat von Laotze: Verantwortlich ist man nicht nur, für das, was man tut…

Zitat von Laotze

Verantwortlich ist man nicht nur, für das, was man tut,

sondern auch für das, was man nicht tut.

Laotse

Tages – I Ging 18: Die Arbeit am Verdorbenen

18  Die Arbeit am Verdorbenen
Die Arbeit am Verdorbenen hat erhabenes Gelingen. Der Zustand des Verderbens ist kein unabänderliches Geschick. Verderben ist das Ergebnis von Handlungen des Menschen. Dazu gehört auch bewusste Untätigkeit. Es reicht oft schon das starre Stehenbleiben beim Hergebrachten für Verderben. Weiterlesen